Wir geben unsere Innenstadt nicht auf

Viel Zuspruch bei der ersten Vor-Ort-Befragung zum Thema Innenstadt:

Viele Menschen aus Neumünster sind am Sonnabend zu unserem Ideenstand gekommen, um mit zu diskutieren, wie sie sich die Zukunft rund um den Großflecken vorstellen können. „Es gibt großes Interesse und wirklich zahlreiche Ideen“, freut sich der Fraktionsvorsitzende Sven Radestock: „Das wollen und müssen wir im Sinne unserer Stadt nutzen.“ Er hoffe, dass dies auch die übrigen Parteien in der Ratsversammlung so erkennen, und kündigt einen entsprechenden Antrag an.

„Wir brauche eine Innenstadt, in der wir alle uns wohl fühlen. In die wir gern kommen, um andere zu treffen“, sieht sich Sven Radestock bestätigt. Unser designierter Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters betont: „Dafür müssen wir aber auch das, was wir schon haben, pflegen und dürfen es nicht verloddern lassen.“ 

Dass dies vielen Menschen wichtig ist, bekamen er und neun weitere Mitglieder von uns deutlich zu spüren. „Die ersten warteten schon, als wir unseren Ideenstand aufbauten“, berichtet unser Kreisvorsitzende Heiner Voigt. Einige von ihnen hätten sogar vorher zuhause ihre Vorstellungen aufgeschrieben und seien nun mit Thesen-Zettel in die Stadt gekommen. „Es ist zwar schade, dass Karstadt sein Haus endgültig schließen will – aber es gibt viele Impulse, die zeigen: Wir geben unsere Innenstadt damit nicht auf“, so Voigt.

Die zusammengetragenen Ideen waren dabei zum Teil sehr konkret. So könne das alte Gebäude von der Stadtverwaltung genutzt werden, so dass verschiedene Abteilungen nicht länger über das Stadtgebiet verteilt sein müssten. Das jetzige Restaurant könne von der Rathauskantine genutzt und dabei auch zum Angebot für alle genutzt werden – der Wartebereich werde so zu einem Ort der Begegnung. Auch Wohnungen scheinen für viele an dieser Stelle denkbar: Mehrfach genannt wurde eine Kombination aus höherwertigen und für alle bezahlbaren Wohnungen – denkbar auch als gute Mischung mit mehreren Generationen.

Ohnehin werden interessante, möglichst inhabergeführte Geschäfte zwar als wünschenswert, aber nicht als einzige Möglichkeit gedacht, die Innenstadt attraktiver zu machen. „Eine parkähnliche Anlage mit Fahrradboxen, E-Auto-/Pedelec-Ladestationen mit kleiner Ladenzeile vorn“ findet sich ebenso unter den Vorschlägen wie ein Hochschulgebäude, ein Möbelhaus zum Stöbern und Treffen, ein Gebäude mit Gemeinschaftsgärten und Mietparzellen auf dem Dach, kulturelle Einrichtungen, Abenteuer-Angebote mit Kletterwand und Wellnessbereich oder auch Gastronomie wie „Brauerei mit Gastro und Biergarten, mit Natur und Treffpunkten“.

Eine Mischung aus Gastronomie, Einkaufen und Wohnen ist es denn auch, was den Mitgliedern der GRÜNEN an diesem Vormittag besonders häufig genannt wurde. Damit verbunden sind sehr konkrete Vorstellungen, was die Gestaltung der Innenstadt insgesamt betrifft: Mehr Sitzplätze aus Holz statt  Beton, sichtbare Angebote für Gäste, Mietfahrräder, befahrbare Radwege, verkehrsberuhigte Bereiche – und allem voran: mehr Sauberkeit.

Nächste Ratsversammlung: GRÜNE beantragen Bürgerrat Innenstadt

„Wir haben an diesem Vormittag gemerkt, wie wertvoll es ist, mit allen zu sprechen. Also auch mit denen, die sich sonst nur selten in politischen Fragen zu Wort melden“, so Sven Radestock. Der Ideen-Stand des GRÜNEN solle deshalb erst der Anfang sein: „Wir werden der Ratsversammlung vorschlagen, die Zukunft der Innenstadt auf breiterer Ebene als bisher zu diskutieren.  Dafür wollen wir einen Bürgerrat einrichten, für den die Teilnehmer*innen zufällig ausgewählt werden. Ein solches Prinzip feiert europaweit große Erfolge und wird uns in Neumünster für die Zukunft der Innenstadt ganz konkret nach vorn bringen.“ Einen entsprechenden Antrag will er den anderen demokratischen Fraktionen zeitnah vorlegen, damit sie sich ausführlich vor der nächsten Ratsversammlung mit dem Vorschlag beschäftigen können. Auch ein gemeinsamer Antrag mit anderen Fraktionen sei denkbar und sogar wünschenswert. 

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