Schlecht informiert – unsachliche Äußerungen

Zur Kritik an einer möglichen Erweiterung der Landesunterkunft Neumünster in der heutigen Ausgabe des Holsteinischen Couriers sagt Sven Radestock, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Ratsversammlung Neumünster: 

Wenn der Stadtteilvorsteher Hans-Jürgen Gorba (CDU) und Andreas Gärtner („Bündnis für Bürger“) richtig im „Holsteinischen Courier“ zitiert werden, bewegen sie sich mit ihren Äußerungen auf unterstem Niveau. Es ist offensichtlich, dass sie schlecht informiert sind. Das macht ihre unsachlichen Äußerungen aber nicht besser – im Gegenteil.

Sie geben vor, im Namen des Stadtteils zu sprechen, und verbreiten dabei Halbwahrheiten und Gerüchte. Sie verbreiten damit Angst und machen erneut Stimmung gegen Menschen, die bei uns Hilfe suchen. Das ist erbärmlich und unmenschlich.

Leider bietet der Bericht den beiden und ihren kruden Aussagen eine Plattform, ohne dabei auf die Tatsachen hinzuweisen. Zu denen gehört, dass etwa zwei Drittel der Fläche, die das Land erwerben will, ohnehin bereits von der Erstaufnahme genutzt werden. Das Foto zum Bericht vermittelt dazu den Eindruck, als solle die Einrichtung in gigantischem Ausmaß erweitert werden.

Davon ist in Wirklichkeit aber gar nicht die Rede. Das städtische Areal soll auch weiterhin für ein neues Wohnquartier genutzt werden, hierfür wird es in der kommenden Ratsversammlung sogar einen interfraktionellen Antrag geben.

Wenn das Land in der Landesunterkunft die Bedingungen verbessert, unter denen zu uns Geflüchtete die ersten Wochen verbringen, ist das in unser aller Sinne. Aber offenbar haben sich weder Herr Gorba noch Herr Gärtner wirklich informieren wollen und ziehen es vor, mit diskriminierenden Vorurteilen Politik zu machen. Sie ignorieren, dass die Menschen in der Landesunterkunft umfangreich betreut werden und auch Polizei ständig präsent ist, um bei möglichen Schwierigkeiten zu helfen.

Statt dies zu sehen, schwadronieren sie über angeblich zunehmende Beschwerden, über deutsche Gesetze und sogar von einem Aufnahmelager am Rande der Stadt. Dies offenbart ein bedenkliches Weltbild, das zumindest mit den Werten der CDU nicht in Einklang zu bringen sein sollte. Statt Menschen in unserer Mitte aufzunehmen, sie zu integrieren und das Zusammenleben zu fördern sie wie in einem Ghetto am Stadtrand unterzubringen – das ist völlig unmenschlich. Ich mag nicht glauben, dass die beiden Herren sich wirklich so geäußert haben sollen.

Hier der Zeitungsartikel im Holsteinischen Courier:

https://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/stadtteilbeirat-in-neumuenster-wehrt-sich-gegen-vergroesserung-der-landesunterkunft-fuer-fluechtlinge-id28583052.html

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