Zur Diskussion um das Radkonzept

Zur Diskussion um das Radverkehrskonzept erklärt der Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen, Sven Radestock:

Weniger Schranken im Kopf, weniger Schwarz-Weiß-Denken und nicht immer gleich die Ideologiekeule schwingen: Fahrradfahren ist eine Fortbewegungsart, die unsere Umwelt entlastet und den Menschen gut tut. Deshalb sollten mehr Menschen als bisher ermuntert werden, umzusteigen und kürzere Strecken – um die es sich im Alltag ja meistens handelt – mit dem Rad zurückzulegen. Jahreslang hat Neumünster kaum in Radwege investiert, viele dieser Wege sind deshalb in einem schlechten Zustand. Auch gibt es kein Konzept für innerstädtische Radverkehrsverbindungen.

Das Radwegekonzept ist nun ein erster Schritt dorthin, es zeigt die Defizite auf und schlägt Lösungen vor. Dass sich der Fokus in dem Papier auf die Zweiräder richtet, liegt in der Natur der Sache. Wenn sich die Ratsfraktion der CDU davon gleich provoziert fühlt, ist das überraschend und nicht zielführend. Ende des vorigen Jahres waren die Mitglieder des Fachausschusses zu einem ersten Workshop eingeladen, um über die Vorschläge zu beraten. Ein in unseren Augen konstruktiver Weg – bei dem aber ausgerechnet die Vertreter der CDU fehlten.

Es ist in unseren Augen ein Fehler, den Plan vorab schon einzuschränken und damit eine offene Diskussion nicht zuzulassen. Die CDU verkennt zudem den aktuellen Stand der verkehrswissenschaftlichen Erkenntnisse. Denen zufolge ist es eindeutig sicherer, den Radverkehr auf der Straße fließen zu lassen, weil Radfahrer dort besser wahrgenommen werden. Unser Ansatz deshalb: Fakten statt Bauchgefühl – sonst setzen wir Radfahrer unnötigen Risiken aus. Und das kann auch die CDU nicht wollen!

Wir werden darüber sprechen müssen, wie wir den Verkehrsraum aufteilen, und dabei wird es nicht ohne Änderungen funktionieren. Dabei geht es um verschiedene Meinungen, unterschiedliche Einschätzungen, Kompromissmöglichkeiten und am Ende um demokratische Mehrheiten.

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