Mehr Personal für Kindertagesstätten

Viel Lärm um nichts in der Ratsversammlung.

In der Sache sind sich doch alle einig! Es besteht dringender Handlungsbedarf hinsichtlich der Aufstockung des Kitapersonals. Viel zu lange schultern die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätten die durch die lokale Umsetzung der bundes- und landespolitischen Vorgaben entstandene Mehrbelastung. Alle Ratsmitglieder und auch die Verwaltung sind schuld daran, dass wir nicht rechtzeitig die unzureichenden Arbeitsbedingungen der Erzieherinnen und Erzieher in den städtischen Kindertagesstätten erkannt haben und dass wir alle nicht zum Doppelhaushalt 2015/16 die entsprechenden Personalkosten eingestellt haben. Sicherlich ist es naheliegend, umgehend zu handeln. Aber wer handelt, der sollte auch klug handeln. Und klug war der Vorschlag, den die SPD in der gestrigen Ratsversammlung unterbreitete, nicht. Es geht nicht nur um Stunden und Personal, es geht auch und insbesondere um Qualität. Hier sind andere Städte wie zum Beispiel Flensburg schon viel weiter als wir. Zukünftig sollte die Qualität und damit auch die Personalsituation in den Kindertagesstätten regelmäßig von der Politik überprüft werden.

Zur inhaltlichen Richtigkeit gehört aber auch die Haushaltswahrheit: Nach der Geschäftsordnung der Ratsversammlung gilt es, die finanziellen Auswirkungen zu benennen und Deckungsvorschläge zu unterbreiten. Das hat die SPD in ihrem Antrag versäumt. Bei fast einer Million Euro pro Jahr zusätzlich darf sich die Ratsversammlung keinen Schnellschuss erlauben.

Deswegen hat die Grüne Rathausfraktion einen Vertagungsantrag gestellt. Wir wollen der Verwaltung die Chance geben, ihre Vorlage zu verbessern und uns Deckungsvorschläge zu nennen, damit die vom Land geforderten Mindestanforderungen für den Personalbedarf in den städtischen Kindertagesstätten eingehalten werden. Wir sehen der von der SPD beantragten Sonderratsversammlung positiv entgegen und sind uns sicher, dass es gelingt, Qualität und Arbeitsbedingungen zu verbessern und dies auch sauber zu finanzieren.

Mit der Sonderratsversammlung haben alle Parteien und die Verwaltung die Chance, gemeinsam einen klugen Schritt zur Verbesserung der frühkindlichen Bildung zu leisten.

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